Marco Petereit geht von Bord...


In bisher 17 Jahren – und mehr als 450 Pflichtspielen und dabei 176 Toren erzielt – verlässt das Urgestein des Offenburger FV seinen Herzensverein im Sommer…

Auch wenn Marco Petereit bereits seit seinem Wechsel in die Rolle des spielenden Co.-Trainers zur Saison 2022/23 nicht mehr Mannschaftsführer des Offenburger FV ist, trifft der Begriff Kapitän wohl auf keinen anderen Ortenauer Fußballer so gut zu wie auf den 34-jährigen Offensivspieler. Denn der Servicegruppen-Leiter bei der Wohnbau Offenburg GmbH ist DAS Gesicht der jüngeren Vergangenheit beim „Traditionsverein von der Badstraße“. Doch nach 17 Jahren wird das Kapitel OFV, in dem Petereit in bislang rund 450 Pflichtspielen 176 – nicht selten ganz wichtige – Tore erzielt hat, geschlossen – zumindest vorerst. Der „Capitano“ geht von Bord!

„Ich gehe definitiv mit einem weinenden Auge. Wer mich kennt, weiß, dass mir die Entscheidung emotional sehr schwer fällt. Ich habe dem Verein wahnsinnig viel zu verdanken und bin bis zum letzten Spieltag gewillt, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um so viele Spiele wie möglich zu gewinnen“, hat das OFV-Urgestein seinen Abschied am Samstagabend auf der Facebook-Seite des Vereins verkündet. Ob weinende Emojis, „Gefällt-mir“-Daumen oder Kommentare – der Verlust des OFV-Urgesteins hat nicht nur in den sozialen Netzwerken ordentlich Wellen geschlagen und zu Reaktionen geführt. „Mein Handy stand kaum noch still, das war schon heftig. Jeder will wissen, wie es mit mir weitergeht“, schildert Petereit, der nur so viel verrät: „Ich bin nicht fertig mit Fußball, ich kann noch nicht aufhören. Es wird für mich im Trainerbereich weitergehen.“

Petereit betont, dass die sportliche Situation nichts mit seiner Entscheidung zu tun hat. „Der Zeitpunkt tut mir weh, jetzt, wo der Verein sportlich so schlecht dasteht und einige Spieler sogar schon im Winter gehen“, spielt Petereit auf die Abgänge von Dimitrios Tsolakis, Simon Leopold (beide FC Denzlingen), Markus Feger (Pause) und Jean-Gabriel Dussot (SV Stadelhofen) an. „Aber nach 17 Jahren brauche ich was Neues. Der Verein ist aber tief in meinem Herzen. Es ist definitiv nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwann zurückkomme“, erklärt der Familienvater und zeigt sich gerührt von den Reaktionen auf seinen angekündigten Abschied. Von „Leader“ über „Legende“, „OFV-DNA“ und „einzigartiger Treue“ ist da die Rede. „Das war für mich alles sehr emotional, ich hatte die ein oder andere Träne in den Augen. So etwas ließt man natürlich gerne über sich. Offenbar habe ich in all den Jahren nicht so viel falsch gemacht“, will Petereit „jedes Heimspiel aufsaugen“ und „mit den Leuten beim OFV zusammen genießen“, ehe er beim letzten Heimspiel am 01. Juni gegen den FC Denzlingen ein letztes Mal das Karl-Heitz-Stadion im OFV-Trikot betritt („Dieser Termin ist fett im Kalender markiert“).

Und mit diesem Trikot verbindet der spielende Co-Trainer von Chefcoach Sascha Ruf so manche Erinnerung. „Die A-Jugend-Bundesliga 2007/2008, der SBFV-Pokalsieg gegen den SV Linx in Kehl und das anschließende DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli vor 11.000 Zuschauern 2012 oder auch das Last-Minute-Tor gegen den FC Auggen zur Verbandsliga-Meisterschaft 2022 waren absolute Höhepunkte“, schwärmt Petereit, den nicht nur die Fans, sondern auch Sportvorstand Stefan Klein nur ungern ziehen lassen: „Wir als Verein danken Marco für die unglaubliche Treue, sportliche Leistung und sein Engagement. Er hat mit seinem Spielart und seiner Persönlichkeit für viele tolle Momente beim OFV gesorgt.“

(Bild mit freundlicher Genehmigung: M. Schwitzkowski)

 

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