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Offenburger FV 1907 e.V.
Badstraße 22
DE - 77652 Offenburg
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  • Copyright - Moritz Schwitzkowski
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Geschichte des Offenburger FV

“Mythos in Rot & Weiß – alte Tradition und moderner Fußball“: Spektakuläre Tore, spannende Zweikämpfe, ruhmreiche Siege und bittere Niederlagen...

 

  • 1907, 20. Juli Gründung des Fußball-Club 1907 Offenburg im „Braustübl“ der Brauerei Wilhelm Hund in der Zeller Straße 13
    1910, 10 März Gründung des Fußball-Verein 1910 Offenburg im Gasthaus „Salmen“ in der Hauptstraße
    1913, 08. Februar Zusammenschluß zum Offenburger FV 1907 im Gasthaus „Alte Pfalz” in der Hauptstraße
    1913, 26. Oktober Platzeinweihung (Platzweihe) auf der „Stegermatt” gegen das Badische Infanterie-Regiment 170
    1916, Herbst Meister der A-Klasse im nördlichen Schwarzwaldgau, Aufstieg in die Kreisliga Südwest
    1922, 01. Oktober Einweihung einer bedachten Zuschauertribüne (erbaut durch die Firma Ferdinand Ritter)
    1923 Gedenkstein-Einweihung zur Erinnerung an die gefallenen Sportkameraden des OFV im Ersten Weltkrieg durch Friedolin Stadler (1. Vorsitzender) auf der „Stegermatt”
    1923/24 Besetzung der Stadt Offenburg durch die Franzosen (04. Februar 1923 bis 18. August 1924)
    1925 Kreisliga-Meister Südbaden
    1927 Kreisliga-Meister Südbaden, Aufstieg in die Bezirksliga Baden, 20-jähriges Vereinsjubiläum
    1931 Kreisliga-Meister Südbaden
    1932 Kreisliga-Meister Südbaden, Aufstieg in die Bezirksliga Baden
    1933, 08. September Einbindung des SC 1929 Offenburg
    1934 Bezirksliga-Meister (Bezirksliga Baden)
    1935 Bezirksliga-Meister
    1938 Bezirksliga-Meister, Aufstieg in die Gauliga Baden
    1939/40 Teilnahme am Tschammer-Pokal gegen FV 08 Kuppenheim (2:6)
    1944/45 Der Spielbetrieb kommt völlig zum Erliegen

    * Update: 08. März 23 – Copyright Sven Steppat

    1945/46 Wiederaufnahme des Spielbetriebes auf der Stegermatt
    1946, 27. Januar Beginn der Punktspiele in der Badischen Oberklasse West
    1946, 09. März Wiedergründung des Offenburger FV
    1946, 01. Juni Zwangsauflösung des Offenburger FV, Aufgegangen im Einheitssportverein Offenburger Sportvereinigung
    1946, 13. Oktober Beginn einer Pokalrunde in Südbaden zur Qualifikation zur Zonenliga Süd
    1946/47 (Einführung und) Aufstieg in die Zonenliga Süd
    1948 Qualifikation zur Teilnahme an den Endrundenspielen zur Deutschen Fußball-Meisterschaft gegen TuS Neuendorf (0:2, 1:5)
    1948, 11. Juli Pokalfinalist gegen SG Eintracht Singen (2:6) in Freiburg
    1949, 20. November Um 21:00 Uhr brannte die Holztribüne bis auf die Grundmauern nieder (26.11.1949)
    1950, 15. Mai Wiedergründung des Offenburger FV 1907
    50, 24. Oktober Abspaltung des SC 1929 Offenburg
    1950/51 Auflösung der Zonenliga Süd, Gründung der 1. Amateurliga Südbaden
    1952/53/54 Südbadischer Meister
    1957 50-jähriges Vereinsjubiläum
    1957, 16. Juni Einweihung des OFV-Stadion "Untere Bannbösch" auf dem Gewann der ehemaligen Schützenwiese
    1958 Südbadischer Meister
    1959 SBFV-Pokalfinalist gegen VfB Bühl (0:1) in Lahr
    1960/1961 Südbadischer Meister
    1961, 11. Februar Südbadischer Pokalsieger im Endspiel gegen FV Ettenheim (1:0) in Offenburg
    1965 Heinz Trenkel trat nach 9-jähriger Traineramtszeit zurück
    1967 Südbadischer Meister
    1967, 29. Juni SBFV-Pokalfinalist gegen SV Waldkirch (1:2 n.V.) in Hausach
    1974/75 Südbadischer Meister
    1975, Juni Gründungsmitglied Egon Kahles wird vom Offenburger FV zum Ehrenpräsidenten ernannt
    1975/76 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen FSV Cappel/Marburg (2:0) und Eintracht Frankfurt (1:5)
    1978 Qualifikation und Aufstieg in die Amateur-Oberliga Baden-Württemberg
    SBFV-Pokalfinalist gegen SC Freiburg (1:2) in Lahr
    1978/79 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen FC Augsburg (2:4)
    1980/81 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen SC Rot-Weiß Oberhausen (0:1)
    1981 Umbenennung des OFV-Stadion in Karl-Heitz-Stadion
    1981, Juni SBFV-Pokalfinalist gegen FC Rastatt 04 (0:3) in Achern
    1981/82 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen BTSV Reinickendorfer Füchse (3:0) und 1. FC Bocholt (1:2)
    1982, 27. Mai Südbadischer Pokalsieger im Endspiel gegen SV Kirchzarten (3:1) in Reute
    1983 Vize-Meister der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg
    1983 Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft
    1983/84 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen SV Werder Bremen (1:4)
    1984 Vize-Meister der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg
    1984, 16. Juni Deutscher Fußball-Amateurmeister im Endspiel gegen SC Eintracht Hamm/Heesen (4:1)
    1985 SBFV-Pokalfinalist gegen SV Weil am Rhein (0:1) in Gutach-Bleibach
    1987 Vize-Meister der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg
    1987 Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft
    1987, 09. Juni Südbadischer Pokalsieger im Endspiel gegen FC Konstanz VfR 1900 (5:1) in Bötzingen
    1987/88 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen BV Borussia 09 Dortmund (3:3 n.V., 0:5)
    1988, 31. Mai SBFV-Pokalfinalist gegen FC Emmendingen (1:3) in Friesenheim
    1991, 12. Mai Abstieg aus der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg
    1994 Abstieg aus der Verbandsliga Südbaden
    1996 Vize-Meister der Landesliga Südbaden Staffel 1
    2001 Vize-Meister der Landesliga Südbaden Staffel 1, Aufstieg in die Verbandsliga Südbaden
    2002 Schwarzwald-Sprudel löst VIVIL nach über 25 Jahren Trikotwerbung ab
    2003, 21. Februar Änderung der Vereinsbezeichnung in Offenburger FV 1907 e.V. (Zusatz: "1907")
    2004 Vize-Meister der Verbandsliga Südbaden
    2007 Vize-Meister der Verbandsliga Südbaden, 100-jähriges Vereinsjubiläum
    2008 üdbadischer Meister, Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg
    2009, 11. Juni SBFV-Pokalfinalist gegen FC 08 Villingen (1:3 n.V.) in Bahlingen
    2010 Vize-Meister der Verbandsliga Südbaden
    2011 Südbadischer Meister, Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg
    2012, 01. Juni Südbadischer Pokalsieger im Endspiel gegen SV Linx (2:0) in Kehl
    2012/13 Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb gegen FC St. Pauli (0:3)
    2016 Südbadischer Meister, Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg
    2020 Vize-Meister der Verbandsliga Südbaden (Saisonabbruch)
    2022 Südbadischer Meister, Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg

    * Update: 08. März 23 – Copyright Sven Steppat

  • Am 15. April 1945 marschierten französische Truppen von Norden herkommend in Offenburg ein und übernehmen die militärische und administrative Gewalt in unserer Stadt. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 08. Mai 1945 ist der Krieg auf deutschem Boden beendet.

    Bereits im Sommer 1945 finden sich zunächst zaghaft eine Anzahl ehemaliger Spieler des Offenburger FV auf der „Stegermatt“ zusammen, suchend nach Freunden und Kameraden aus besseren Tagen. Einer Wiederaufnahme des Sportbetriebes stellen sich in dieser Zeit kaum überwindbare Hindernisse entgegen. Es blieb daher nur der privaten Initiative und Aufbauarbeit vorbehalten, hier helfend einzugreifen. Aber sehr bald sind die ersten Hindernisse überwunden. Inzwischen hatte der Sportbetrieb in Offenburg umfangreiche Formen angenommen. Im Juli 1945 gibt die französische Militärkommandantur die „Stegermatt“ über Umwege wieder frei und schon kommt es zu den ersten Wettkämpfen.

    Nach den Maßgaben der französischen Militärbehörde – alle Vereine sollen ihren traditionellen Namen aufgeben – wird am 01. Juni 1946 der Einheitssportverein „Offenburger Sportvereinigung“ ins Leben gerufen. Ab dem 27. Januar 1946 (19. März 1946) nimmt der „noch bestehende“ Offenburger FV an den Punktspielen in der Badischen Oberklasse West teil. Im Dezember 1946 beschließt die Zonensportkonferenz in Freiburg eine aus den Gruppen Nord und Süd bestehenden Spitzenklasse – die Zonenliga. Nach fünf Jahren Bestand bricht im Sommer 1950 die Fußballorganisation in der französischen Besatzungszone auseinander.

    Auf Verordnung Nr. 179 vom 04. Oktober 1948 des Commandant en Chef der französischen Militärregierung: Abänderung der Verordnung Nr. 22 über die "Wiederherstellung des Vereinsrechtes im französischen Besetzungsgebiet" sowie der Verordnung Nr. 30/33 über die „Genehmigung der Gründung von Sportvereinen im französischen Besetzungsgebiet“ löst sich am 15. Mai 1950 die Offenburger Sportvereinigung wieder auf. Mit der Durchführung und der Wiedererhaltung der alten Vereinsnamen erlangen auch verbotene Vereine in Offenburg ihre Traditionen wieder zurück.

    Auch die Zonenliga verschwindet und im neuen Landesverband Südbaden entsteht als höchste Spielklasse die neugegründete 1. Amateurliga Südbaden. Den Kern der neuen Spielklasse bilden die Vereine der aufgelösten Zonenliga. Am 01. Oktober 1950 gibt es erstmals und verspätet einen kompletten Spieltag in der neuen Leistungsklasse. Der am 15. Mai 1950 wiedergeründete Offenburger FV verliert sein Auswärtsspiel bei der FT 1844 Freiburg (SC Freiburg) mit 3:0. Am Saisonende reicht es zu einem siebenten Tabellenplatz.

    Der Initiative des 1. Vorsitzenden Egon Kahles ist es größtenteils zu verdanken, daß nach schwierigen und umfangreichen Vorarbeiten am 10. Mai 1950 der Grundstein zum Tribünenneubau gelegt wird. Nach verhältnismäßig kurzer Bauzeit durch die Firma Ferdinand Ritter weihen die Vereinsmitglieder am 08. Oktober 1950 die nach modernsten Gesichtspunkten und Vorschriften jener Zeit erbaute Zuschauertribüne aus Eisenbeton auf der „Stegermatt“ ein. Die Gesamtkosten für den Tribünen-Neubau betragen 45.875 Mark. Das neue Vereinslokal ist nun im Gasthaus „Neue Pfalz” in der Hauptstraße 85 untergebracht. Hier werden die Geschicke des Vereins über Jahrzehnte hinausgeleitet, bis Inhaber Karl Trunz die Gastwirtschaft aufgibt.

    Im Jahre 1957 verläßt der Offenburger FV seine liebgewonnene „Stegermatt“ und zieht in die neue Spielstätte „Untere Bannbösch“ (ehemalige Schützenwiese) um, die den größer werdenden Aufgaben des Vereins gerechter wird. Das Haupthindernis für alle derartigen Planungen ist die Straße vom Stegermattbuckel (Stegermattstraße) über das im Jahre 1922 erbaute Schwimmbad zur Badstraße. Das ganze Gelände, einschließlich Schwimmbad, Männerbadgesellschaft, Haus der Jugend (ehemals Jugendherberge), liegt umschlossen von der Grabenallee, im Süden vom Bahndamm und im Westen vom Mühlbach mit der kümmerlichen Brücke bei der Dampfwäscherei Alois Ilg. Das einzige Trainings- und Wettspielfeld ist unbestreitbar sehr schlecht, weil es auf einer Lehmschicht liegt. Die Herrichtung zu einem guten Spielfeld kann nur erfolgen, wenn mindestens 50 Zentimeter tief ausgehoben und mit neuem Kies aufgefüllt wird. Ein neuer Mutterboden muß aufgetragen und angesät werden. Die Kosten einer solchen Maßnahme sind enorm und Oberbürgermeister Karl Heitz beziffert die Kosten auf ungefähr 50.000 Mark.

    In der Saison 1965/66 gibt es erstmals ein Programmheft zu den Spielen der 1. Mannschaft, das auch finanziellen Gewinn für den Verein einbringt. Im Sommer 1966 verlegt der OFV sein Vereinslokal in die OFV-Gaststätte im Stadion, nachdem die „Neue Pfalz“ von der Wagner Brauerei an den „Wienerwald“ verpachtet wird. Nach Umbauarbeiten im Gebäude eignen sich die Räumlichkeiten fortan nicht mehr den Zweck als Vereinslokal. In der OFV-Gaststätte bewirtet bereits Gastwirt und Metzgermeister Hermann Grieble seine Gäste.

    Der Offenburger FV spielte 28 Jahre ununterbrochen in Südbadens höchster Fußball-Eliteklasse. In der ewigen Tabelle führt der OFV mit 866 Spielen (500/157/209), einem Tor- und Punkteverhältnis von 1.979:1.074 und 1.157:575 unangefochten an und ist mit neun erzielten Meistertiteln der erfolgreichste Verein in der 1. Amateurliga Südbaden – 1952, 1953, 1954, 1958, 1960, 1961, 1967, 1974 und 1975. Die Torjägerliste wird angeführt von Hans „Hansi“ Müller, der es in 14 Jahren auf 196 Treffer bringt. Dahinter folgt ihm sein Offenburger Vereinskamerad Werner Stürzel (10/109). Neben den Meisterschaften stand der Offenburger FV zwischen 1948 und 1978 sechs Mal im Endspiel um den Südbadischen Pokal und konnte diesen zwei Mal für sich entscheiden – 1961 und 1967. Seit 1950 war der Offenburger FV drei Mal an den Spielen um die Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft (Süddeutsche Fußball-Amateurmeisterschaft) vertreten. Für die Offenburger waren es jeweils Amateurmeisterschaftsspiele und Aufstiegsspiele zugleich. Die Jahre im südbadischen Oberhaus sind geprägt vom Bemühen des OFV, den lang ersehnten Sprung nach oben in die „Zweitklassigkeit“ zu schaffen. Der erhoffte Aufstieg in die 2. Liga Süd bzw. Regionalliga Süd gelingt dem Verein jedoch nie.

    In der Saison 1976/77 kommt zum ersten Mal ein Sponsor auf die Trikots. Das Offenburger Kronenbrauhaus prangte mit dem Schriftzug „Kronen Bräu“ auf der Brust der Spieler. Später ist Vivil lange Zeit Begleiter des Offenburger FV.

    Nach zwei gewonnenen Meisterschaften (1974 und 1975) befindet sich der Offenburger FV gerader in einer Phase der Konsolidierung und des Neuaufbaues, als im Herbst 1976 der Beschluß des Deutsche Fußballbund (DFB) „wie ein Blitz“ einschlägt. Über seine Regionalverbände will der DFB die Weichen für eine einheitliche Klasseneinteilung an der Spitze des Amateurfußballes stellen.

    Mit dem Erreichen für die neu gegründete Oberliga Baden-Württemberg „durch die Hintertür“ beginnt für den Offenburger FV eine neue sportliche „Zeitrechnung“...

    * Update: 08. März 23 – Copyright Sven Steppat

  • Der Offenburger FV befindet sich nach zwei gewonnenen Meisterschaften (1974 und 1975) gerade in einer Phase der Konsolidierung und des Neuaufbaues, als im Herbst 1976 der Beschluß des DFB „wie ein Blitz“ einschlägt. Über seine Regionalverbände stellt der Deutsche Fußballbund (DFB) die Weichen für eine einheitliche Klasseneinteilung an der Spitze des Amateurfußballes.

    In der Saison 1978/79 gibt es erstmals im Regionalverband Baden-Württemberg eine, aus den Landesverbänden Württemberg (und Schwarzwald-Bodensee), Nordbaden und Südbaden, bestehende (Amateur-)Oberliga, als eine der dritthöchsten deutschen Fußballklassen unter der 2. Bundesliga. Der Südbadische Fußballverband hat entschieden, daß die ersten fünf Vereine der 1. Amateurliga Südbaden nach Abschluß der Saison 1977/78 in die Oberliga Baden-Württemberg aufsteigen.

    Als einziger Verein aus dem Großkreis Ortenau hat sich der Offenburger FV entschieden, das gesteckte Vorhaben zu erreichen. Dem Verein ist die Qualifikation zur neuen Oberliga nicht nur Wunschdenken, sondern Verpflichtung gegenüber seiner Tradition und dem eigenen Publikum. Doch das kostet Geld – viel Geld sogar – das der OFV nicht allein aufbringen kann. Im November 1976 wird daher die „OFV-Aktion Amateur-Oberliga – Ich bin dabei!“ aus der Taufe gehoben.

    Wer hätte das gedacht – der Offenburger FV steht nach dem zehnten Spieltag an der Tabellenspitze in der 1. Amateurliga Südbaden! Es folgt eine Unbeständigkeit in den folgenden Begegnungen. Mit einem enttäuschenden siebenten Platz (22:16 Punkte) nach Ende der Vorrunde muß am 20. Dezember 1977 Trainer Lutz Hangartner den Platz für den ehemaligen 22-fachen jugoslawischen Nationalspieler und Diplom-Sportlehrer Anton Rudinski frei machen. „Verstehen Sie mich bitte nicht als Wunderheiler, aber ich darf Ihnen versichern, daß ich alles Erdenkliche in Bewegung setzten werde, damit der Offenburger FV sein gestecktes Ziel doch noch erreicht“, gibt der neue Trainer zuversichtlich bekannt. Nach dem 31. Spieltag scheint der Traum vom Aufstieg bereits endgültig vorbei, da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der fünfte Tabellenplatz an den SV 08 Kuppenheim geht. Nach dem letzten Spiel in der 1. Amateurliga Südbaden findet sich der OFV – statt unter den Ersten fünf – nur auf einem Nichtaufstiegsplatz wieder. Im Umfeld des Vereins gibt es bereits Proteste wegen der verpassten Qualifikation. Am Ende überrascht und profitieren die Offenburger durch den Aufstieg des 1. FC Nürnberg in die 1. Bundesliga und des südbadischen Meister SC Freiburg in die 2. Bundesliga, und schlüpfen als Tabellensechster quasi über die „Hintertür“ in die Oberliga Baden-Württemberg hinein.

    Seinem eigenen Verein keinen guten Dienst erwiesen hat ein ehemaliger Schatzmeister des Offenburger FV mit einem Sportkurier-Artikel vom 17. November 1977, der bei den Lesern durch seine fettzeilige Überschrift „Finanzielle Misere in Offenburg“ unweigerlich den Eindruck hervorruft, der südbadische Rekordmeister steht kurz vor dem Zusammenbruch!

    Noch missglückt am 22. Juli 1978 die Generalprobe durch eine 1:2-Niederlage in Lahr beim südbadischen Pokalfinale gegen den SC Freiburg. Am 29. Juli 1978 fällt der Startschuß in eine „Mammutrunde“ von 38 Punktspielen. Beim Auftakt gegen den FV 09 Weinheim hat der OFV Pech, das Barometer zeigt über 30 Grad im Schatten, startet dennoch mit einem 3:2-Sieg erfolgreich. Nach fünf Spielen thront der OFV auf Platz eins und wird mit 27:11 Punkten sogar Herbstmeister. Elf Spieltage vor Saisonende deutet alles noch auf ein „Kopf-an-Kopf“-Rennen zwischen dem OFV und dem SSV Ulm hin. Beide Mannschaften haben die gleiche Verlustpunktzahl, wobei der OFV zwei Spiele weniger ausgetragen hat. In den vorentscheidenden Auseinandersetzungen im Spitzenkampf setzt eine gewisse „Fußball-Müdigkeit“ in der Mannschaft ein. Vier Spieltage vor Saisonende scheint das Rennen um die Meisterschaft entschieden, denn eine Rekord-Niederlagenserie von 1:13 Punkte aus den letzten sieben Spielen machen alle Meisterschaftsträume vorzeitig zunichte. „Die Luft ist raus“, ist der wohl am meisten gehörte Satz der letzten Wochen der enttäuschten OFV-Anhänger.

    Es kommt wie es kommen muß! Für Trainer Anton Rudinski (zum Freiburger FC) leitet der bisherige Co.-Trainer Paul Leinz das Saison-Eröffnungstraining, bis Hans Cieslarzyk nach vier jähriger Abwesenheit auf die Kommandobrücke des OFV zurückkehrt. Mit sehr viel Optimismus startet der Offenburger FV in seine zweite Saison der jetzt auf 18 Vereine reduzierten Oberliga Baden-Württemberg. Aber die hohen Erwartungen erfüllen sich nicht.

    “Das soll der OFV `80 gewesen sein?“ – fragen sich 2.200 erwartungsvolle Zuschauer im Karl-Heitz-Stadion nach der 1:2-Niederlage gegen einen „namenlosen“ FC Tailfingen. Der Saisonauftakt 1980/81 geht nach einer umfangreichen Saisonvorbereitung für den als Top-Favoriten startenden Offenburger FV unter dem neuen Trainer Josef „Jupp“ Becker (SC Freiburg) gründlich daneben. Wenige Tage nach der Auftaktniederlage verlieren die Offenburger beim zweiten Aufsteiger SC Pfullendorf (2:3) und nach vier Begegnungen steht der OFV auf dem viertletzten Tabellenplatz. Auf Grund der spektakulären Neueinkäufe mit seinem erfolgsgewöhnten Trainer erreicht die Mannschaft bisher nur Mittelmaß. Zwar pfiffen es die Spatzen seit Wochen von den Fußballdächern, daß es zwischen dem OFV und seinem Trainer nicht gerade zum Besten steht. Am 06. März 1981 beurlaubt der Offenburger FV „Jupp“ Becker mit sofortiger Wirkung. Die Vorstandschaft wirft dem Trainer vor, daß der frühere Fußballprofi Karl-Heinz Fesel (FV Würzburg) bei seinem Wechsel im Juni 1980 zum Offenburger FV einen Geldbetrag an den neuen OFV-Trainer für dessen Vermittlung zum OFV gezahlt haben soll. „Jupp“ Becker geht selbst in die Offensive: „Ich bin Trainer, kein Spielervermittler.“ Für die Trainingsleitung ist ab sofort der hauseigene Paul Leinz verantwortlich. Nach dem letzten Spiel gegen den FV Biberach (4:0) und einer verkorksten Saison kommen die Offenburger lediglich als Sechster ein. Das südbadische Pokalendspiel im Juni 1981 in Achern gegen den FC Rastatt 04 geht mit 0:3 verloren. Das DFB-Pokalspiel am 31. August 1980 beim Nordrhein-Oberligisten SC Rot-Weiß Oberhausen bringt schon das „Aus“ in der ersten Pokalrunde. Die Offenburger hinterlassen trotz einer knappen 0:1-Niederlage im Niederrheinstadion einen beachtlichen Eindruck.

    Wegen der finanziellen Lage wird vor der Saison 1981/82 auf kostenintensive Neuverpflichtungen verzichtet. Nach einer miserablen Vorrunde gelingt dem OFV eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage und als Tabellendritter hat er vor dem letzten Spieltag plötzlich noch die Chance auf den zweiten Platz. Aber der OFV verliert sein letztes Spiel beim VfR Heilbronn (0:3) und verspielt dadurch die Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft. Im südbadischen Pokalfinale am 27. Mai 1982 in Reute gibt es mehr Schwierigkeiten, als es das Ergebnis besagt. Der Oberliga-Sechste bekleckert sich zwar nicht mit Ruhm, gewinnt aber das 28. Endspiel in der Geschichte des Verbandspokals gegen den Verbandsligisten SV Kirchzarten mit 3:1. Für die Offenburger ist es bereits die siebente Endspielteilnahme. Am 29. August 1981 schafft der Offenburger FV den Sprung in die zweite DFB-Pokal-Runde. Der 3:0-Sieg im Karl-Heitz-Stadion gegen die Reinickendorfer Füchse hat doppelt so hoch ausfallen müssen. Der Offenburger Angriffsfußball zeigt dem Gast aus Berlin deutlich die Grenzen auf. „Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man in der letzten Minute so ein Tor hinnehmen muß“, lamentiert Trainer Klaus Blawert nach der 1:2-DFB-Pokal-Niederlage am 11. Oktober 1981 beim 1. FC Bocholt und dem „Aus“ im DFB-Pokal.

    Der Offenburger FV hat in dieser Saison viele Gründe zum Feiern. Der erfolgreichste südbadische Fußballverein feiert seinen 75. Geburtstag. „75 Jahre Offenburger FV“ – das waren mehr Höhen als Tiefen. Seit 1978 gehört er der neu geschaffenen Oberliga Baden-Württemberg an, in der er durchweg respektable Platzierungen erreicht, jedoch (noch) nicht ganz vorne mitspielt. Nach Abschluß der vierten Spielsaison in der Oberliga Baden-Württemberg zeigt die ewige Tabelle den Offenburger FV als Spitzenreiter (140 Spiele 66/33/41 – 234:161 Tore und 165:115 Punkte) dieser Rangliste.

    „Jetzt könne wir‘s ja laut sagen“, äußert OFV-Vorsitzender Ludwig „Louis“ Fischer nach dem letzten Saisonspiel am 21. Mai 1983 im Karl-Heitz-Stadion gegen den FV Lauda (2:1): „wir haben unser geplantes Saisonziel genau geschafft. Platz zwei war von uns vorher fest ins Auge genommen worden.“ Nach einer spannenden fünften Oberliga-Spielzeit und gegen starke Konkurrenz ist der Offenburger FV Zweiter und damit Teilnehmer an den Spielen um die Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft. 23-mal trifft Herbert Anderer ins "Schwarze" und kann sich mit dem Titel „Torschützenkönig“ schmücken. Zwei Tage mach dem Saisonfinale kommt es in Zell-Weierbach zum innerstädtischen Pokal-Halbfinal-Derby zwischen dem Landesliga-Dritten FV Zell-Weierbach und dem OFV. Nach 120 Minuten Schlammschlacht auf dem Hartplatz und einem 3:3 nach Verlängerung verpaßt der Favorit den Einzug in das südbadische Pokalendspiel in Donaueschingen.

    In den Spielen um die Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft kommt der Offenburger FV im Hinspiel bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt (1:5) „bös unter die Räder“. 6:1 – Wer hätte das gedacht? Im Rückspiel triumphiert der OFV vor 1.000 Zuschauern im Karl-Heitz-Stadion und zieht in das Habfinale ein. An der traditionsreichen Grünwalder Straße geht ein ersatzgeschwächter OFV übel unter und unterliegt gegen auf Revanche eingestellte Münchener mit 0:6 (Hinspiel: 4:2).

    Welcher deutsche Fußball-Amateurverein hat noch nicht davon geträumt, einmal im DFB-Pokal für Furore zu sorgen und einen Bundesligaclub aus dem Feld zu räumen? Bei der Auslosung zur ersten Runde kommt am 28. August 1982 der UEFA-Cup-Teilnehmer SV Werder Bremen ins Karl-Heitz-Stadion. Und der Offenburger FV rüttelte am Sockel, aber das Denkmal bleibt stehen. Der OFV tut alles in seinen Kräften Stehende, um seine 4.500 Zuschauer möglichst lange bei Laune zu halten. Aber letztlich reicht ein starker Wiederstand bei der 1:4-Niederlage nicht aus.

    Die Idylle ist trügerisch: Hinter den Toren der landschaftlich reizvoll gelegenen südbadischen Sportschule am Fuße der Steinbacher Weinberge schweißt ein Trio den neuen Offenburger FV zusammen. Trainer Klaus Blawert, sein Assistent Rolf Müller und Spielleiter Paul Leinz finden hier ideale Voraussetzungen für eine durch die Teilnahme an den Amateurmeisterschaftsspielen um zwei Wochen verkürzte Saisonvorbereitung. Der neuen Trainer gibt die Zielvorgabe für sich und seine Mannschaft aus: An der Spitze mitspielen! Nach dem Erreichen der Vize-Meisterschaft im letzten Jahr wird der OFV allerorts zum Titelfavoriten erklärt. Alle 18 Vereine der Oberliga Baden-Württemberg stufen ihn in die Spitzengruppe ein – der Tipp von 13 Vereinen: Meister wird Offenburg. Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Und weil dem gerade im Fußball so ist, versteht man die Welt in Offenburg nicht mehr. Nach einem miserablen Saisonstart ist man vom Ziel einer Meisterschaft hier weit entfernt und Trainer Klaus Blawert muß vorzeitig gehen. Drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen den VfR Aalen präsentiert die OFV-Vorstandschaft seinen neuen Trainer. Bei Kraffts Einstand setzt es eine 0:3-Packung gegen Aalen und 2.800 Zuschauer im Karl-Heitz-Stadion pfiffen ihre Mannschaft aus. Der bundesligaerfahrenen Manfred Krafft (SV Darmstadt 98), der keinen Vertrag unterschrieben hat, bleibt aber keine drei Wochen und verläßt nach zwei peinlichen Niederlagen den Oberligisten Richtung 1. FC Kaiserslautern. Nach seinem kurzen Gastspiel gibt er noch zu Wort: „Der OFV hat halt nur’ne Mannschaft mit Mittelmaß…“ Plötzlich stehen sie im Verein ohne offiziellen Trainer da. Somit übernimmt Interims-Coach Rolf Müller die Trainingsleitung und der OFV ist ein einziges Pulverfass. Auch zwei Trainerwechsel bringen keine Besserung. Mit 18:16 Punkten liegt der OFV nur auf einem mageren Mittelfeldplatz (10.). Die Vorstandschaft ist zum Handeln gezwungen und entscheidet sich unter fünfzehn Bewerbern aus ganz Deutschland für den 42-jährigen Karl-Heinz „Kalla“ Bente als neuen Trainer. Als Kenner der OFV-Szene und der Oberliga Baden-Württemberg erhält „Kalla“ Bente einen Vertrag bis zum Saisonende. Auf der Strecke bleiben dabei so klangvolle Namen wie der des Jugoslawen Slobodan Cendic (Alemannia Aachen, SC Charlottenburg), auch Emil Kühnle (SV Neckargerach) erhält einen Korb. Am 17. November 1983 übernimmt der charismatische „Kalla“ Bente als Teamchef beim südbadischen Oberligisten und macht aus einem komplizierten Geflecht von fast „untrainierbaren“ Stars wieder eine Mannschaft. Nur zwei Trainingsabende hat der neuen Trainer zur Verfügung, um die auf dem Tiefpunkt befindliche Mannschaft neu zu formieren. „Ihr dürft auch Fehler machen, aber die Disziplin und taktische Marschrichtung müßt ihr einhalten“, gibt „Kalla“ Bente seiner Truppe mit auf den Rasen. Am 19. November 1983 erleben 1.000 Besucher im Karl-Heitz-Stadion einen 2:0-Sieg des OFV gegen die Amateure des Karlsruher SC. Bentes anschließende Ausbeute: Vier Siege aus fünf Spielen und Spielleiter Paul Leinz resümiert: „Er geht in seiner Aufgabe auf.“

    Sie schämen sich ihres Schmerzes und ihrer Tränen nicht. In den wenigen Wochen seit Mitte November 1983 haben sie ihren neuen Trainer ins Herz geschlossen. Die Mannschaft erlebt am Mittwochabend des 25. Januar 1984 eine ihrer bittersten Stunden. Tags zuvor haben sie sich noch mit witzigen Worten vom Training verabschiedet, wenige Stunden später ist Karl-Heinz „Kalla“ Bente tot. Am Morgen dieses Wintertages wird an der Autobahn A5 nahe Teningen aus dem angrenzenden Wald ein Auto-Wrack geborgen. In den Überresten eines dunkelgrünen Porsche 911 mit dem Kennzeichen „FR-EH 750“ lebt „Kalla“ Bente zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr.

    Als beste Rückrundenmannschaft stehen die Offenburger fünf Spieltage vor Saisonende mit 37:21 Punkten auf Rang vier, drei Punkte hinter Tabellenführer Freiburg. Ein 2:2-Unentschieden im Kuppenheimer Wörtel-Stadion werfen den OFV theoretisch aus dem Titelrennen, obwohl in der Meisterschafts- als auch in der Aufstiegsfrage so gut wie noch nichts entschieden ist. Trotz der optimalen Punkteausbeute aus den letzten vier Spielen reicht es lediglich für Platz zwei hinter Meister Freiburger FC. Als Trost für eine verpaßte Meisterschaft bleibt wieder „nur“ die Teilnahme an den Spielen um die Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft. Doch diese Teilnahme geht in die Geschichte des Vereins ein: Den Grundstein legen die Offenburger in der Vorrunde gegen Tennis Borussia Berlin (1:2 und 4:1) und ziehen ins Halbfinale ein. Mit dem 4:4-Unentschieden aus dem Trierer Mosel-Stadion im Rücken, bieten sich dem OFV alle Chancen, um mit einem Heimsieg gegen Eintracht Trier (4:1) das Endspiel um die Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft zu erreichen. 4.000 begeisterte Zuschauer im Karl-Heitz-Stadion erleben nach der unnötig verpassten Meisterschaft zum späten Saisonabschluß nochmals eine Glanzleistung ihrer Mannschaft. Auf der letzten Etappe in Richtung Endspiel wirft der OFV den Südwest-Zweiten mit einem hochverdienten 4:1-Sieg aus dem Rennen.

    Der Offenburger FV hat es (fast) geschafft. Er steht im Endspiel um die Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft. Fußball zum Verlieben! Eine Delikatesse für Jedermann!“ – Und er darf sich mit dem Titel „Deutscher Fußball-Amateurmeister 1984“ schmücken. Glorreich hat der OFV am 16. Juni 1984 vor 9.000 Zuschauern das Endspiel gegen Eintracht Hamm mit 4:1-Toren für sich entschieden.

    Zu einer überraschenden Wende in der Trainerfrage kommt es vor der neuen Spielrunde. Alfred Metzler ist sich bereits mit dem FV Zell-Weierbach einig, bleibt nun aber doch beim Offenburger FV. Die Alternativen zum alten und neuen Trainer: Rudolf „Rudi“ Kröner, Udo Klug oder Anton Rudinski. Zu Beginn der Saison wird der Offenburger FV einmal mehr von allen Experten der Oberliga zum Favoriten der neuen Runde erklärt – noch dazu als amtierender Deutscher Fußball-Amateurmeister. Nach zwölf Begegnungen ist der OFV Tabellenführer und aus den ersten fünfzehn Pflichtspielen holt er 22:8 Punkte! Doch noch im Dezember 1984 beginnt eine weniger erfolgreiche Serie. Nach dem 30. Spieltag und der 1:4-Niederlage beim FV 09 Weinheim sind die Titelträume praktisch ausgeträumt und lassen den OFV am Ende der Spielzeit als Viert-Patzierten die Saison beenden. Wenn Enttäuschungen schon mal eintreten und bekanntlich nicht einmalig sind, verliert der OFV auch noch das südbadische Pokalendspiel in Gutach-Bleibach gegen den Oberliga-Absteiger SV Weil a. Rhein (0:1).

    Die Oberliga Baden-Württemberg ist in der Saison 1985/86 ausgeglichener denn je. Der Offenburger FV mit seinem neuen Trainer Heinz Sartor steht dieses Mal bei den Fußball-Experten nicht so hoch im Kurs. Der OFV ist zu einer „Diva“ – allerdings zur launischen – der Oberliga avanciert und ist in seinen Spielen zu unbeständig. Unmittelbar vor der Winterpause findet sich der OFV völlig überraschend im unteren Teil der Tabelle wieder und ist erstmals abstiegsgefährdet. Nach der Winterpause ist Schluß für Trainer Heinz Sartor. Sein Stiel kommt bei der Mannschaft nicht an. Der als „hart“ bekannte Anton Rudinski steht ein zweites Mal auf der „OFV-Kommandobrücke“. Weder Sartor noch Rudinski können in der laufenden Saison der Mannschaft zusätzlichen Halt geben. Kurze Höhenflüge werden durch peinliche Niederlagen jäh gestoppt. Nur wenige Spieler schaffen es an ihre Leistungsgrenzen und einige verlieren im Laufe der Spielzeit völlig ihr Selbstvertrauen. Nach dem letzten Saisonspiel am 17. Mai 1986 gegen den VfR Aalen rettet sich der OFV noch auf den zehnten Tabellenplatz. Oberliga-Torschützenkönig wird Herbert Anderer mit 24 Treffern. Was viele im Umfeld bereits ahnen, dem renommierten Fußballverein plagen Probleme – sportlicher ebenso wie finanzieller oder personeller Art. Seit der Jahreshauptversammlung am 21. März 1986 ist es auch für Jeden gewiss, der Offenburger FV steckt tief in den „roten“ Zahlen.

    Die Saison 1986/87 beginnt mit einer 0:3-Niederlage beim FV Lauda und es folgen zwei weitere Unentschieden. Bereits jetzt berichtet die Presse vom vermeintlichen Abstiegskandidaten Offenburger FV. Im weiteren Verlauf der Vorrunde liefert der OFV spannende Spiele und verabschiedet sich mit 25:13-Punkte und Platz vier in die Winterpause. System, Wille, Kraft und vor allem Disziplin sind die Tugenden dieser Mannschaft und unverkennbar ist die Handschrift von Trainer Anton Rudinski. Wer ist am Ende der Glückliche, welcher nach einer spannenden und interessanten Oberliga-Saison die Nase vorn hat? Bis zum letzten Spieltag gibt es ein heiteres Spekulieren um Aufstiegsspiele, Amateurmeisterschaft oder gar nichts... Dabei hat der OFV zum Saisonabschluß ein Gastspiel bei den Amateuren des VfB Stuttgart und gegenüber der starken Konkurrenz aus Sandhausen und Mannheim die schlechtesten Karten von den drei Titelaspiranten. Tatsache ist, der OFV kann aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden. Um 17:15 Uhr überholt der OFV mit einem 1:1-Unentschieden (OFV-Torschütze: Martin Wagner zum 1:0 in der 34. Minute) den VfR Mannheim in der Tabelle und zwei Stunden später auf der Autobahn. Eine singende und freudestrahlende Mannschaft fährt winkend kurz vor dem Karlsruher-Dreieck an den demoralisierten Mannheimern (1:4 in Pforzheim) vorbei. Die etwa 150 mitgereisten Fans sind die ersten die sich freuen: „Super, wir spielen wieder um die deutsche Amateurmeisterschaft!“ Die 14:6 Punkte aus den letzten Pflichtspielen bringen am Ende den erneuten Vize-Titel – einen Punkt hinter Meister SV Sandhausen – und die damit verbundene Teilnahme an den Spielen um die Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft. Ein abwehrstarker und kämpferisch hervorragend eingestellter Offenburger FV verteidigt mit einem verdienten 1:1-Unentschieden bei Wormatia Worms seinen in Offenburg herausgeschossenen Drei-Tore-Vorsprung (3:0) und erreicht zum dritten Mal das Halbfinale im Kampf um die deutsche Amateurmeisterschaft. Als nächster Gegner werden wieder die Amateure von Bayern München zugelost. Nach einem 4:1-Sieg im Karl-Heitz-Stadion muß sich der OFV eine Woche später im Stadion an der Grünwalder Straße mit 1:5 geschlagen geben. Den Erfolg von 1984 kann der er nicht wiederholen. Das südbadische Pokalfinale am 09. Juni 1987 in Bötzingen gewinnt der Offenburger FV gegen den FC Konstanz mit 5:1.

    Die Karten liegen offen auf dem Tisch aber Anton Rudinski verliert das Pokerspiel und verläßt wegen unüberbrückbarer finanzieller Differenzen den Offenburger FV. Die aus Kostengründen ganz gezielt angestrebte Verjüngung der Mannschaft wirkt sich logischer Weise zunächst nicht unbedingt positiv auf die Homogenität und auf das spielerische Vermögen aus. Mit Bernd Schmider als neuen Trainer in der Saison 1987/88 macht für alle das fantastische DFB-Pokalspiel am 29. August 1987 im Karl-Heitz-Stadion gegen Borussia Dortmund unvergessen. Ein tolles Spiel über 120 Minuten und ein mehr als verdientes 3:3-Unentschieden in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Getragen von 7.000 Zuschauern wächst der OFV über sich hinaus und bringt den Bundesligisten und UEFA-Cupteilnehmer an den Rand einer Niederlage (Rückspiel 0:5/2. Runde: FSV Salmrohr). Aber der „graue“ Ligaalltag mit den Pflichtspielen holt die Mannschaft schnelle wieder ein. Nach 20 Spielen rangiert der OFV auf einem 13. Tabellenplatz. Eine für den gesamten Verein und seinem Anhang absolut ungewöhnliche Situation. Am 07. April 1988 rutscht der OFV nach der 1:3-Pleite gegen den VfR Mannheim sogar auf einen Abstiegsplatz ab. Im Endspurt um den Ligaerhalt schaffen die Offenburger doch noch den Klassenerhalt.

    Nachdem Rudolf „Rudi“ Kröner bereits für die Spielzeit 1984/85 als Kandidat für den Trainerposten beim Offenburger FV galt, wird der 46-Jährige als neuer Trainer zum Auftakt der elften Saison in der Oberliga Baden-Württemberg vorgestellt. Rudolf „Rudi“ Kröner ist auf dem Trainermarkt kein unbeschriebenes Blatt, besitzt Fachkenntnisse und bringt viel Erfahrungen auch aus dem bezahlten Fußball mit. Nun muß der neue Trainer eine völlig neue Mannschaft aufbauen und soll auch gleich Erfolg haben. Sein Ziel – der OFV muß wieder zurück an die Spitze der Oberliga. Aber zaubern kann „Rudi“ Kröner auch nicht. Mit einem 1:1-Unentschieden gegen Reutlingen und einer deutlichen 1:4-Auswärtsniederlage in Weinheim ist der Saisonstart ernüchternd. Zur Saisonhalbzeit rangiert der OFV auf Platz fünf und kommt nach einer ordentlichen Spielrunde 1988/89 auf Platz sechs ein. Der Vertrag mit dem Trainer wird nicht verlängert. Vermutlich rückt die finanzielle Seite in den Vordergrund.

    Mit dem neuen Trainer Lothar Strehlau und einem furiosen 4:1-Sieg über den 1. FC Pforzheim vor 2.600 Zuschauern im Karl-Heitz-Stadion startet der Offenburger FV in die Saison 1989/90. Nach dem achten Spieltag (2:1 in Reutlingen) mischt der OFV im vorderen Feld der Tabelle mit und ist nach Abschluß der Vorrunde sogar Zweiter. Das Spitzenspiel nach der Winterpause gegen den SV Sandhausen gewinnen die Offenburger mit 2:1 und erklimmen die Tabellenführung. Doch Unstimmigkeiten in der Mannschaft und Ausfälle durch Verletzungen vom Stammspielern sorgen dafür, daß ganz wichtige Spiele verloren gehen. Mit einer 1:2-Heimniederlage gegen den SSV Reutlingen verabschiedet sich der OFV theoretisch aus dem Titelrennen, obwohl fünf Spieltag vor Saisonende die Entscheidung um den Titel und die Vizemeisterschaft noch nicht entschieden sind. Die Spannung hält weiter an und der OFV als Vierter hinter Reutlingen, KSC-Amateure und Sandhausen hat immer noch alle Chancen im Meisterschaftsendkampf. Eine hoffnungsvolle Saison endet aber nur mit Platz sieben und eine fast komplette Mannschaft verläßt den Verein.

    Vor der Saison 1990/91 zählt der Offenburger FV nicht zu den Meisterschaftsanwärtern in der Oberliga Baden-Württemberg, obwohl mit Anton Rudinski ein erfahrener Trainer zum dritten Mal übernimmt. Die vielen personellen Veränderungen mit Spielern aus der regionalen Umgebung machen den Offenburger FV nicht mehr konkurrenzfähig. Der Verein steht mitten im Neuaufbau und es ist die schwerste Saison seit seiner Oberliga-Zugehörigkeit. Am 1. Spieltag setzt es gleich eine deftige 0:4-Niederlage beim SV Sandhausen. Am 15. Dezember 1990 und kurz vor der Winterpause steht der OFV mit 11:23 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz! Der Verein ist zum Handeln gezwungen und beurlaubt Trainer Anton Rudinski. Für den schwierigen Endkampf kommt der unerfahrene Rumäne Octavian Popescu (TSV 1860 München). Auf dem Weg zum Klassenerhalt hat der Verein ein personelles „Opfer“ zu beklagen, denn Spielleiter Paul Leinz hört mit sofortiger Wirkung auf. Vorsitzender Egon M. Schneider nennt Meinungsverschiedenheiten mit dem neuen Trainer als Grund: „Die beiden haben sich schon lange in der Wolle“. Nach kurzer Handlungszeit muß auch Octavian Popescu das Feld als Trainer räumen. In diesen Tagen bewegt den vielen Mitgliedern und Anhängern die Frage, gelingt es den drohenden Abstieg zu verhindern? Am 17. April 1991 übernimmt Hans Cieslarczyk. Aber auch er kann den freien Fall des OFV nicht mehr stoppen. Am 12. Mai 1991 und nach 13 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit in der Oberliga Baden-Württemberg ist der Abstieg bittere Wahrheit…

    Die Bilanz: 1978/79 (5.), 1979/80 (5.). 1980/81 (6.), 1981/82 (6./Südbadischer Pokalsieger), 1982/83 (2./Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft), 1983/84 (2./Deutscher Fußball-Amateurmeister), 1984/85 (4.), 1985/86 (10.), 1986/87 (2./Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft), 1987/88 (11.), 1988/89 (6.), 1989/90 (5.). 1990/91 (17./Abstieg in die Verbandsliga Südbaden)...

    * Update: 08. März 23 – Copyright Sven Steppat

  • Am 15. Dezember 1990 und kurz vor der Winterpause steht der Offenburger FV mit 11:23 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz in der Oberliga Baden-Württemberg. Der Verein ist zum Handeln gezwungen und beurlaubt Trainer Anton Rudinski. Für den schwierigen Endkampf kommt der unerfahrene Rumäne Octavian Popescu und muß ebenso kurzer Handlungszeit auch das Feld räumen. In diesen Tagen bewegt den vielen Mitgliedern und Anhängern die Frage, gelingt es den drohenden Abstieg zu verhindern? Am 12. Mai 1991 und nach 13 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit in der Oberliga Baden-Württemberg ist der Abstieg bittere Wahrheit.

    Finanzielle Schwierigkeiten, ausbleibende sportliche Erfolge, mangelndes Zuschauerinteresse und eine ungewisse Zukunft prägen das Bild des Offenburger FV in den folgenden Jahren. Das Niveau verflacht nach dem Abstieg in jeder Hinsicht. Einen kurzfristigen Liquiditätsengpass wird durch eine Kreditgewährung durch die Deutsche Bank überbrückt und der 1. Vorsitzende Egon M. Schneider kündigt seinen Rücktritt an. Die Vorrunde endet mit Hausdurchsuchungen auf der Geschäftsstelle und bei Ex-Vorstandsmitgliedern. Und es beginnt die Steueraffäre, die den OFV bis an den Rand des Ruins bringen. In der 85-jährigen Vereinstradition steht der OFV ohne Vorstand da. Am 07. Februar 1992 stellt Egon M. Schneider sein Amt als 1. Vorsitzender zur Neuwahl. Er sei nicht zurückgetreten, sondern kandidiere nicht mehr für dieses Amt. Auch die Ex-Vorsitzenden Norbert Kramer, Ludwig „Louis“ Fischer lehnen eine Kandidatur ebenso ab wie Heinz Schappacher, Dr. Klaus Haake und August „Gustl“ Kopp. Rechtsanwalt Achim M. Stapf unterbricht für fünfzehn Minuten die Jahreshauptversammlung, um den Mitgliedern eine letzte Chance zu geben, einen neuen Vorsitzenden zu bestellen. Auch dies bleibt ohne Erfolg. Unter dem Motto „Wir alle sind der OFV!“ findet am 06. März 1992 die außerordentliche Jahreshauptversammlung statt. Vier Wochen zuvor schien das Ende des Offenburger FV so gut wie besiegelt. Quasi in allerletzter Minute findet sich mit Heinz Schappacher (Präsident), Rechtsanwalt Achim M. Stapf (1. Vorsitzender/Schriftführer), Barkeeper Siegfried „Sigi“ Späth (2. Vorsitzender), Lothar Heuberger (3. Vorsitzender) und Rudi Hummel (Schatzmeister) eine neue Führungsmannschaft zusammen. Der neue Trainer Werner Hafner will einen Neuaufbau mit „ehrlichem“ Fußball und beendet die erste Verbandsliga-Saison 1991/92 auf Platz neun. Auch in der Saison 1992/93 bleibt Werner Hafner dem Offenburger FV als Trainer erhalten. Der Verein beurkundet mit der Weiterverpflichtung die gute Aufbauarbeit als Trainer und seine Treue zum Verein.

    Im Sommer 1993 verliert der Offenburger FV die „Gemeinnützigkeit“. Somit sind Spendengelder nicht mehr steuerlich absetzbar. Mit dem Ziel „Wir wollen oben dabei sein und wir wollen nach Möglichkeit Meister werden“, signalisiert der neue Trainer Bora Markovic sein Vorhaben für die bevorstehende Saison. Doch Marcovic´s Vorhaben scheitert bereits im September 1993 mit einem 0:1-Pokaldebakel in Gengenbach und gerät in den Meisterschaftsspielen in den Abstiegsstrudel. Nach der Vorrunde war die Ära Bora Markovic auch schon wieder vorbei. Nach der Niederlage gegen SG Lörrach-Stetten (1:2) zieht der abstiegsbedrohte Offenburger FV die Notbremse. Nach dem Trainerwechsel – Peter Grassmann für Bora Markovic – sind diesmal die Spieler betroffen. Präsident Heinz Schappacher und Spielleiter Karl-Heinz Kuderer präsentieren der Mannschaft am 02. Dezember 1993 ein Modell „mit großen finanziellen Einbußen“ für die Spieler. Das Modell sieht künftig nur eine Erstattung der Fahrtkosten vor. Hinzu kommt eine Beteiligung an den Zuschauereinnahmen für den Fall, daß bei Erfolgen wieder mehr zahlende Gäste als die zuletzt 96 Zuschauer kommen. Kurz vor Silvester 1993 tritt der 2. Vorsitzende Siegfried „Sigi“ Späth zurück und stürzt den ehemaligen Oberligisten in eine tiefe Führungskrise. „Es gibt keine besonderen Gründe. Es sei mehr die Ansammlung gewisser Dinge“, erklärt „Sigi“ Späth. Der Auslöser für den Rücktritt ist jedoch in der Ablösung von Trainer Bora Marcovic zu suchen. „Es hat mich gestört, wie das vollzogen wurde“, gibt der Barbesitze noch bekannt. „Sigi“ Späth hat nach eigenen Angaben bereits nach dem 0:1-Pokaldebakel in Gengenbach am 01. September 1993 für einen Trainerwechsel plädiert. Gegen seine Vorstandskollegen hat er sich nicht durchsetzen können. Ein kommissarischer Nachfolger wird nicht eingesetzt, was sich später als verhängnisvoll herausstellen soll. Die Würfel sind auch für Trainer Peter Grassmann gefallen: Der Coach kapituliert vor dem sportlichen Exodus (Abwanderungen) beim Offenburger FV und nennt die schlechte sportliche Perspektive als Grund für seinen Abschied nach Saisonende. Am 07. Mai 1994 steht es fest – der Offenburger FV steigt als Drittletzter (32:51/24:36) aus der Verbandsliga Südbaden ab. Mehr Wehmut als Schadenfreude bringt dieser Abgang in die Niederungen des südbadischen Amateurfußballs mit. Bei der Frage nach der Zukunft des einstigen Oberligisten scheiden sich die Geister: Die einen prophezeien den freien Fall, andere sehen im Abstieg sogar eine Chance. Der Verein hat auf jeden Fall die Quittung für sein jahrelanges Fehverhalten bekommen.

    Bereits vor zwei Jahren steht Jürgen Marek als Trainerkandidat beim Offenburger FV auf dem Wunschzettel. Der Verein entscheidet sich aber für eine Weiterverpflichtung von Trainer Werner Hafner. Am 23. Mai 1994 meldet der OFV endlich Vollzug und bestätigt um 11:00 Uhr die Zusage des 42-Jährigen Fußballehrers. Nach dem sportlichen Aderlaß erwartet Trainer Jürgen Marek keine leichte Aufgabe. „Ich bin mir bewußt, daß wir noch einen schweren Weg vor uns haben, bevor eine neue OFV-Mannschaft steht, aber gemeinsam packen´s wir schon. Mit Ehrgeiz, Wille und Leidenschaft lassen sich Berge versetzen, darauf baue ich“, stürzt sich der neue Trainer in seine Arbeit. Zwei Dutzend neue Spieler werden gesichtet, eingestuft und geformt und am Ende der Wegstrecke soll der Klassenerhalt in der Landesliga stehen. Mehr wird vom neuen Trainer und der neuen Mannschaft zum Saisonende auch nicht verlangt.

    Seit November 1994 steht der Verein in der Schuldnerliste mit dem Eintrag „Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Erklärung“. Ende November verschwindet Präsident und 1. Vorsitzender Heinz Schappacher spurlos. Seine Gastro- und Gartenmöbelfirma ist geschlossen. Auch seine Frau hat keinerlei Anhaltspunkte über den Aufenthaltsort ihres Mannes. Im Dezember 1994 beginnt im Rahmen der Steueraffäre vor dem Amtsgericht Offenburg ein erster Prozess. Nach dem Ergebnis einer Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes, ist Wolfgang Geiler zum Notvorstand (03. Januar 1995) des Offenburger FV berufen. Schnelles Handeln zwingt den geschäftsunfähigen Verein zu dieser Maßnahme. Jetzt rächt sich ein Faktum, dem bei den Wahlen im Mai 1994 keine Bedeutung beigemessen wird. Nach dem Ausstieg von Siegfried „Sigi“ Späth als 2. Vorsitzender kurz vor der Jahreswende 1993/94 findet sich kein Nachfolger für diese Position und somit kein vertretungsfähiger Vorstand, der die Geschäfte weiterführen kann. Der spurlos verschwundene Präsident und 1. Vorsitzender Heinz Schappacher läßt über einen Boten übermitteln, er möge von all seinen Ämtern beim OFV entbunden werden.

    Was das Thema Fußball beim Offenburger FV angeht interessiert sich in Offenburg niemand mehr. Von 1994 bis 2001 spielt der ruhmreiche „Traditionsverein von der Badstraße“ im Schatten der Fußball-Oberliga in den Niederungen des südbadischen Amateurfußballs…

    * Update: 08. März 23 – Copyright Sven Steppat

Mythos „OFV“

Der OFV ist ein regionaler Mythos: Über 100 Jahre – Mythos OFV – Titel und Typen, Pleiten und Pannen, mit Glanzlichtern und schillernden Paradiesvögeln. Offenburg wusste nie so recht, ob es seinen OFV lieben, hassen, bewundern oder zum Schämen in die Ecke stellen soll. Vielleicht liegt gerade in der wechselhaften, mit vielen Höhen und Tiefen versehenen, zuweilen auch von skurrilen Anekdoten überbordenden Vereinsgeschichte die Ursache darin, dass den Offenburger FV ein besonderes Flair umgibt, welches auch gerne als Mythos bezeichnet wird.


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